1696-1700

Wissenschaft (1696 - 1700)

Akademie der Wissenschaften zu Berlin

Jahr Anmerkung Ereignis
20.3.1696 BERLIN/ CÖLLN Mahl-, Bild- und Baukunst-Academien, Gründung,
(ab 1704) Königlich Preußische Academie der Künste
und der mechanischen Wissenschaften,
ab 1809 Königliche Akademie der Künste zu Berlin,
ab 1918 Preußische Akademie der Künste zu Berlin)
(ab 1700 Sitz im ehem. Königlichen Marstall, Unter den Linden 38 (8),
1902 in den Räumen der Hochschule für Musik, Potsdamer Straße 120,
1904 im Palais Arnim-Boitzenburg, am Pariser Platz 4,
1905-1906 Ausbau, ab 1938 im Kronprinzenpalais, Unter den Linden 3,
1950 Neugründung, im Gebäude Robert-Koch-Platz 7, bis 1994)
23.9.1699 BERLIN / CÖLLN
KALENDERREFORM, der evangelischen Reichsstände,
(Kalender verbessert, aber noch nicht gregorianisch, 11 Tage Differenz)
19.3.1700 ENTSCHEIDUNG des Kurfürsten FRIEDRICH III. zur Anfrage:
„eine Academie des sciences und ein Observatorium ... in Berlin zu établieren“,
„ob nicht allhir in Sr. Churfl. Durchl. Residenz, gleichwie in Frankreich,
Engelland und China zu grossem Ruhm dortiger Regenten schon seit vielen Jahren befindlich,
ein Observatorium umb die Corpora coelestia und deren Lauff, auch andere Himmelsbegebenheiten
zu obserevieren und den Calculum astronomicum dadurch zu verbessern“.
(bereits 1697 Anregung von Kurfürstin SOPHIE CHARLOTTE,
Hofprediger DANIEL ERNST JABLONSKI, GOTTFRIED KIRCH, GOTTFRIED LEIBNIZ)
10.5.1700 GREGORIANISCHE KALENDERREFORM, „verbesserter Kalender“,
Bewilligung und Einführung in Preußen (Kalendermonopol bei KIRCH und LEIBNIZ)
(10 Tage Differenz, Wechsel vom 18. Februar sofort auf den 1. März,
Verfeinerung der Schaltregel, Synchronisation von Sonnen-/ Mondkalender und dem
christlichen Osterfest, 1755 endgültige Übernahme in den protestantischen Territorien
18.5.1700-1710 GOTTFRIED KIRCH, Direktor der Akademie-Sternwarte, Anstellung unter Mitwirkung von
Frau MARIA MARGARETHA KIRCH, Sohn CHRISTFRIED und Tochter CHRISTINE KIRCH
(1710-1716) Direktor JOHANN HEINRICH HOFFMANN
(1716-1740) Direktor CHRISTFRIED KIRCH
11.7.1700 BERLIN/ CÖLLN Academie des Sciences (Société Littéraire/ Société des Sciences)
Sozietät der Wissenschaften
Sitz im (ehem.) Königlichen Marstall (Gebäude von 1687-1688
(1695-1697 aufgestockt für die Akademie der Künste, bis 1711
erweitert bis zur Charlottenstraße für die Societät der Wissenschaften)
Unter den Linden 38 (8)/ Charlottenstraße 39-41, Johann Arnold Nering
(„Musis et Mulis“, gewidmet den „Musen und Maultieren“,
ironisches Motto von GOTTFRIED LEIBNIZ),
Bewilligung von Kurfürst FRIEDRICH III., Unterzeichnung des
Gründungsdokuments, Stiftungsbrief, und Generalinstruction
„General Instruction der Chur brandenburgischen Teutschgesinnten
Societat der Wissenschaften“ (Vorlesungen in deutscher Sprache),
Gründungs-Motto nach OVID: „Cognata ad sidera tendit“,
„Er (der Adler), strebt nach den ihm verwandten Sternen.“
(1710 Statut zur Aufteilung in 4 Klassen:
physikalische Klasse, einschließlich Medizin, Chemie, Botanik;
mathematische Klasse einschließlich Astronomie, Mechanik;
deutsche Klasse, einschließlich Deutsche Geschichte, Kirchengeschichte;
kirchlich-orientalische Klasse;
19.1.1711, feierliche Eröffnung der „Societät der Wissenschaften“
(1744 „Academie der Wissenschaften“)
(1843 Brand des Lindenflügels; 1749 Neubau, Johann Boumann d. Ä.;
1816-1820 Umbau, Friedrich Rabe; 1829-1831 Erweiterung und Umbau,
Karl Friedrich Schinkel, Carl Hampel; 1903-1904 abgetragen,
1904-1914 Neubau als Neue Königliche Bibliothek, Ernst Eberhard v. Ihne;
nach 1945 Staatsbibliothek zu Berlin)